Überbauung St. Joux, CH-La Neuveville
Die zu überbauende Parzelle befindet sich in der Gemeinde La Neuveville, rund 1.2 km von der historischen Altstadt entfernt. Das ehemalige Industriegelände liegt in unmittelbarer Seenähe am Siedlungsrand der Gemeinde. Durch die Konversion entsteht ein gesamthaftes Wohnquartier mit einer einheitlichen Nachbarschaft.

Carte historique 1895
Die Lage ist von zwei sehr unterschiedlichen Qualitäten geprägt: Nördlich verlaufen die Eisenbahn und die Autostrasse mit entsprechender Lärmproblematik, südseitig besteht die Seenähe mit einer teilweise attraktiven Aussicht. Vier unterschiedlich lange Gebäuderiegel stehen quer zum Hang und bilden eine durchlässige Bebauung. Ihre abgestufte Anordnung ermöglicht verbesserte Aussichten für einen grossen Teil der Wohnungen und wahrt den Respekt zu den angrenzenden Nachbarn. Gegen Nordosten entsteht ein grosszügiger Freiraum mit einer Spielwiese.

Les zones agricoles


Alle Gebäude sind mit ihren Balkonzonen nach Südwesten orientiert und optimal für die Besonnung ausgerichtet. Die Wohnungen sind als Durchwohner organisiert. Durch Rücksprünge in der durchgehenden Balkonschicht entstehen eingezogene Loggien als private, überdeckte Aussenbereiche. Die viergeschossigen Baukörper werden durch ein Attikageschoss abgeschlossen, dessen Rücksprünge die Gebäudeabfolge rhythmisieren.

Um einen möglichst grosszügigen und ungestörten Aussenraum mit maximalen Grünflächen zu erhalten, werden die Auto- und Veloparkierung in einem Tiefparterre mit unterirdischer Anbindung an jedes Gebäude untergebracht.



Als Materialien der Fassadengestaltung werden Holz für die Aussenwände, Beton für die Balkon- und Deckenplatten sowie Sonnenschutzmarkisen vorgeschlagen. Holz erscheint uns als prägendes Material angemessen: Einerseits entsteht ein visueller Bezug zum bewaldeten Jura-Südhang, andererseits erinnert es an typische Architekturen entlang der Schweizer Seeufer, wie alte Bootshäuser oder Brückenbauwerke.



Die äussere Holzschalung wird leicht in der Schrägen verbaut, wodurch Überlappungen entstehen, die den Gebäuden eine wohltuende horizontale Gliederung sowie eine fast schon textile, kleidartige Anmutung verleihen. Südwestseitig prägt die vorgelagerte Balkonschicht aus vorgefertigten Betonelementen das Fassadenbild. Das Thema der Überlappung wiederholt sich in den schräg geführten Sonnenschutzmarkisen.


Die Gebäude sind auf Grundlage von Serienproduktion und Standardisierung konzipiert, um die Konstruktion möglichst wirtschaftlich zu gestalten. Die kompakten Gebäudevolumen weisen ein optimiertes Verhältnis von Volumen zu Mantelfläche auf.

Es sollen möglichst einheimische, regenerierbare und rezyklierbare Baustoffe zur Anwendung kommen, um die Erstellungsenergie gering zu halten. Der hohe Grad an Standardisierung und Vorfabrikation wirkt sich positiv auf Bauzeit und Kosten aus. Holz bietet eine optimale CO₂-Bilanz und verspricht ein gesundes Raumklima. Die konstruktiven Bereiche aus Beton werden nach Möglichkeit in Recyclingbeton ausgeführt.





